Nachhaltigkeit, © 2026 Kloster Kappel

myclimate

Unser Engagement für den Klimaschutz mit der Schweizer Stiftung myclimate

Das Kloster Kappel ist seit seiner Gründung vor über 800 Jahren den Idealen der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit verpflichtet. Ab dem 1. Januar 2023 intensivieren wir unser Engagement durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate (Spin-Off der ETH Zürich). Im Rahmen der Initiative «Cause We Care» von myclimate und Schweiz Tourismus unterstützen uns unsere Gäste durch ihren Aufenthalt direkt beim Schutz des Klimas.  

Die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten und die Überlebensfähigkeit der Menschheit und ihrer Mitwelt sind in Frage gestellt – es besteht höchste Dringlichkeit für Massnahmen gegen den Klimawandel.
Reformierte Landeskirche Zürich
  • You care

    Sie tagen, übernachten oder feiern im Kloster Kappel und leisten dadurch einen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz: CHF 1.- pro Zimmer und Nacht (integriert im Zimmerpreis), resp. 1 % des Umsatzes bei Banketten.

  • We care

    Wir verdoppeln Ihren Beitrag und speisen die Mittel in unseren myclimate «CauseWe Care»-Nachhaltigkeitsfonds ein.

  • Cause We Care

    Aus diesem Fonds werden lokale Massnahmen im Kloster Kappel zur CO2-Vermeidung finanziert. Gleichzeitig fliesst ein Teil der Mittel in ein von uns unterstütztes globales Klimaschutzprojekt von myclimate. Dadurch werden die CO2-Emissionen Ihres Aufenthalts reduziert. Gemeinsam erzielen wir so eine doppelte Wirkung.

Was wir für den Klimaschutz schon erreicht haben

Unser lokaler Heizverbund minimiert den CO2-Verbrauch 
In der Tradition der klösterlichen Selbstversorgung betreiben wir seit 2013 in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Kloster Kappel, der politischen Gemeinde und der Kirchgemeinde Kappel am Albis einen Heizverbund mit ökologischer Holzschnitzelheizung – aus umliegenden  Wälder – und einer Biogasanlage vom Landwirt der Domäne. Durch Investitionen von gegen 2 Mio. Franken ist die Heizanlage des Klosters ökologisch hervorragend aufgestellt – trotz erschwerter Bedingungen mit den denkmalgeschützten Gebäuden.   

Unsere Gastronomie vermeidet Abfall und Foodwaste 
Die Gäste im Kloster Kappel melden sich für das Mittag- und Abendessen an. Das bedeutet einen kleinen Aufwand, aber ermöglicht unserem Küchenpersonal, die Mengen genau zu berechnen. So vermeiden wir viel Foodwaste. Zusätzlich fällt weniger Abfall an als üblich, weil wir in unserer Küche keine vorgefertigten Convenience-Produkte verwenden, sondern alles frisch kochen. Dadurch bieten wir gesunde Mahlzeiten mit hoher Qualität zum guten Preis.  Mit Ausnahme von Banketten und Festen verzichten wir auf Tischtücher;  dies spart in der hauseigenen Wäscherei grosse Mengen an Energie, Wasser und Reinigungsmitteln.  

Umweltfreundliches Trinkwasser
Alle Gäste im Restaurant Klosterkeller erhalten zu den regulären Mahlzeiten kostenlos frisches Wasser aus dem Krug. Damit verzichten wir bewusst auf Einnahmen durch den Zusatzverkauf an Getränken und helfen mit, Plastik sowie graue Energie durch weite Transportwege zu reduzieren. In den Seminarräumen werden weiterhin PET-Flaschen verwendet, die wir aber möglichst zu 100% recyclen.

Unser Recycling-Konzept 
Wir trennen den anfallenden Abfall möglichst konsequent. Bei der Entsorgung arbeiten wir mit der Firma Schneider Umweltservice zusammen, deren Wiederverwertungsquote bei beachtlichen 85% liegt. Unser Ziel ist es, diese Quote weiter zu steigern, noch mehr Abfall zu vermeiden und letztlich alles in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. 

Ökologisch eingerichtete Zimmer 
In unseren Hotelzimmern finden Sie keine Minibar und keinen Fernseher. Damit lässt sich graue Energie und viel Strom sparen. Stattdessen investieren wir in langlebige Möbel und gut dichtende Holztüren (erneuert 2021) aus Schweizer Produktion.  

Unsere Klostergärten 
2019 konnten wir unsere nach alten Plänen neugestalteten Klostergärten einweihen. Sie werden ausschliesslich biologisch bewirtschaftet.  Und dort wo der Nutzgarten der Mönche lag, haben wir in Zusammenarbeit mit der Stiftung Pro Specie Rara einen speziellen Garten für vom Aussterben bedrohte alte Gemüsearten eingerichtet. Die Pflanzen werden nicht gegessen, sondern dienen der Anschauung und insbesondere der Samengewinnung. Damit trägt das Kloster Kappel zum Erhalt der Artenvielfalt bei, die für das Überleben und die Ernährungssicherheit der Menschheit wesentlich ist. 

Um die Gärten und Aussenanlagen kümmert sich mit viel Handarbeit und Herzblut die Stiftung zuwebe (Zuger Stiftung für Menschen mit Behinderung) unter Einbezug ihrer Klienten. Kürzlich (2021/2022) haben wir die meisten benzinbetriebenen Gartengeräte auf Modelle mit elektrischem Antrieb umgestellt. Dadurch sparen wir CO2 und reduzieren schädlichen Lärm.

Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität
Die Mitarbeitenden des Klosters Kappel erhalten Beiträge für die Benützung des öffentlichen Verkehrs. Damit möchten wir dazu beitragen, die erforderliche Mobilität möglichst umweltschonend zu bewältigen.

Kloster Kappel für den Klimaschutz: Die nächsten Schritte

Erhebung des CO2-Fussabdrucks
Seit 2023 erheben wir mit Hilfe von myclimate und externen Fachpersonen den CO2-Fussabdruck des Kloster Kappel. Die Ergebnisse sind ermutigend: Mit 16kg CO2 pro Übernachtungsgast (inkl. Vollpension) steht das Kloster Kappel kurz vor der Schwelle, ab der Häuser als "nachhaltiges Hotel" klassifiziert werden (15kg). Basierend auf den Resultaten wird 2024 ein konkreter Reduzierungspfad erarbeitet und entsprechende Massnahmen in Angriff genommen.

Umstellung auf LED
Derzeit stellen wir die letzten Lampen, Leuchten und Strahler auf LED um. Wo sinnvoll, sollen Bewegungsmelder zum Einsatz kommen.

Leistungsstarke Photovoltaik-Anlage
Gerne hätten wir eine leistungsstarke Photovoltaik-Anlage auf dem neuen Stalldach des landwirtschaftlichen Betriebs und auf dem Neubau des Spichers errichtet. Damit wären wir einen weiteren grossen Schritt vorankommen zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität. Leider haben Ortsbild- und Denkmalschutz kein grünes Licht gegeben. 

Gäste- und Mitarbeitendenumfrage
Mehr Köpfe wissen mehr. Im Hotelzimmer finden unsere Hotelgäste einen kleinen Fragebogen zu ihrem Aufenthalt. Diesen haben wir mit einem Abschnitt zur Nachhaltigkeit ergänzt. Unsere Gäste können uns so ihre Ideen zum Schutz des Klimas und einem nachhaltigen Tourismus mitteilen. Ebenso  bringen unsere Mitarbeitenden ihre Inputs ein. Dafür haben wir ein Feedback-System eingerichtet.

Globales Klimaschutzprojekt: Biogasanlagen für 9000 Familien in Indien

Ein Viertel der eingenommenen Geldmittel in unserem Nachhaltigkeitsfonds fliessen in ein globales Klimaschutzprojekt von myclimate. Wir haben uns für die Unterstützung eines Projekts in Indien entschieden. Dieses bringt einen vielfältigen und nachhaltigen Nutzen für Mensch und Natur.

Das Projekt, das bereits seit 2012 läuft, baut im indischen Bundesstaat Karnataka Biogasanlagen in über 9000 dafür geeigneten ländlichen Haushalten. In die Biogasanlagen werden Tierdung und Küchenabwasser gefüllt. Das Biogas, das durch die Vergärung entsteht, wird zum Kochen verwendet. Der hochwertige Bio-Dünger, der nach der Vergärung übrig bleibt, ersetzt chemische Düngemittel. Traditionellerweise wird in der Region mit Feuerholz und Kerosin in ineffizienten Feuerstellen mit einem thermalen Effizienzgrad von lediglich acht bis zehn Prozent gekocht. Die kleinen Einkommen verunmöglichen es den Familien jedoch, den traditionellen Brennstoff Holz zu ersetzen. Dies hat bereits zur Abholzung des Waldes im Distrikt Kolar geführt.

Neben der Verminderung der Abholzung und der Reduktion des Treibhausgasausstosses hat der Bau von Biogasanlagen zudem nachhaltig positive Auswirkungen auf die Lebensumstände der Bevölkerung. Erstens verringert sich durch den Wegfall der Holzsammlung die Arbeitslast für Frauen und Kinder – Zeit welche für andere Aktivitäten wie Hausaufgaben oder zusätzliche Einkommensquellen verwendet werden kann. Zweitens nimmt die gesundheitliche Belastung durch Rauchverschmutzung in den Häusern ab.

Die Vorteile auf den Punkt gebracht

  • Dank dem Gebrauch des selbst produzierten organischen Düngers (Slurry) kann die Abhängigkeit der Kleinbauern von chemischen Düngemitteln vermieden und somit die finanzielle familiäre Situation verbessert werden.
  • Der biologische Dünger steigert die Ernet um 50%.
  • Da kein Feuerholz mehr zum Kochen verwendet wird, wird weniger abgeholzt.
  • Wenn mit Gas gekocht wird, gibt es keinen giftigen Russ mehr. Dies verbessert die Gesundheit der ganzen Familie.
  • Weil das zeitintensive Sammeln von Feuerholz entfällt, haben Kinder mehr Zeit, die Schule zu besuchen und Hausaufgaben zu machen. Fast 1,4 Stunden täglich können so zusätzlich pro Familie genutzt werden.
  • Nur Frauen sind bemächtigt, eine Biogasanlage zu kaufen und zu besitzen. Dies hilft, das Machtverhältnis in der Familie auszugleichen und die Stellung der Frauen zu stärken.
  • Die Verwertung des organischen Abfalls trägt zu einem nachhaltigen Abfallmanagement bei.
  • Jede Biogasanlage vermeidet 6,3 t CO2 und 3,7 t Holz pro Jahr.

Hier finden Sie ein kurzes Erklärvideo zum Projekt auf Youtube.